Polymerchemie und Katalyse

Assoziierte Arbeitsgruppe Prof. Udo Kragl (Universität Rostock)

  

Überblick

Im Mittelpunkt unserer Arbeiten stehen sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsbezogene Arbeiten für katalytische Verfahren. Ziel ist es, auf der Basis der Kenntnis der wesentlichen Einflussgrößen skalierbare Prozesse zu entwickeln oder neue Anwendungsgebiete zu erschließen.

Typischerweise werden Zinn-Organoverbindungen als Durchhärtungskatalysatoren in Dicht- und Klebstoffen eingesetzt und zeigen ausgezeichnete Lagerstabilität, Härtungszeit und Selektivität. Wegen ihrer Giftigkeit ist die Suche nach alternativen Zinn-freien Katalysatoren mit vergleichbaren oder sogar verbesserten Eigenschaften ein wichtigster Forschungsbereich. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickeln wir neue katalytische Systeme mit verschiedenen Werkzeugen aus den Bereichen anorganische, organische und Metalloorganische Synthese.     

Silikon-Polymere, vor allem Polydimethylsiloxan-Derivate, sind von großer Bedeutung als Kleb-, Dicht- und Isolierungsstoffe. Silikone-Dichtstoffe zeigen hervorragende Leistung unter harten Bedingungen, sind beständig gegen UV, Ozone und Feuchtigkeit und sind bekannt für ihre extreme Temperaturstabilität. Sie zeigen exzellente Haftung auf der Oberfläche von üblichen Baumaterialien. Zusammen mit den oben genannten Eigenschaften müssen für Anwendungen z.B. in Automotiv- und Elektronik-Bereichen spezielle Bedingungen erfüllt werden. Dafür beschäftigen wir uns mit der Entwicklung von neuen funktionalisierten Silikonen, um diesen Bedarf zu decken.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von neuen Polymerisationskatalysatoren und Polymeren für Beschichtungen, Dichtungen und Klebstoffe. Wir untersuchen auch die dazugehörigen verfahrenstechnische Probleme.

Durch umfassende Charakterisierung und Optimierung von Prozessparametern und dem katalytischen System, werden Polymeren mit enge Molgewichtverteilungen und mit maßgeschneiderten physikochemischen Eigenschaften hergestellt.     

Im Bereich der Reaktionstechnik werden neue Konzepte z. B. für die Katalysatorabtrennung wie Membranprozesse, auch in organischen Lösungsmitteln, entwickelt. Auf der Basis von grundlegenden thermodynamischen und kinetischen Daten werden wichtige Prozessparameter wie Ausbeute oder Selektivität kontrolliert.