»Uni in Leibniz«

Um der zentralen Forderung nach optimaler Nutzung und Bündelung vorhandener regionaler Ressourcen insbesondere im strukturschwachen Mecklenburg-Vorpommern nachzukommen, hat das LIKAT neue Wege der Zusammenarbeit mit der benachbarten Universität Rostock beschritten. So wurde im Sommer 2006 ein weit reichender Kooperationsvertrag unterzeichnet, der in den vergangenen Jahren erweitert und aktualisiert wurde. Durch die vertraglich gesicherten engen Verflechtungen bieten sich vielfältige Kooperationsmöglichkeiten für Institut und Universität, von denen beide Einrichtungen profitieren.

Intensive Kooperation mit dem Institut für Chemie, anderen naturwissenschaftlichen Instituten und den Ingenieurwissenschaften aber auch mit medizinischen Bereichen der Universität Rostock ermöglicht es, Universitätsprofessoren mit Teilen ihrer Forschungsgruppen in die Forschungsarbeiten des LIKAT in hohem Maße einzubinden. Das neuartige Modell der Kooperation trägt den Titel „Uni in Leibniz“. Unter dem Mantel „Uni in Leibniz“ arbeiten Universitätsprofessoren als Forschungsleiter im LIKAT. Die Berufung an das LIKAT erfolgt in der Regel für ein Jahr und kann bei positiver Evaluierung verlängert werden. Die Forschungsleiter („Uni in Leibniz“) greifen durch Ihre Tätigkeit im LIKAT aktiv in den Forschungsbetrieb des Instituts ein. Andererseits nehmen Wissenschaftler des Leibniz-Instituts Lehraufgaben an der Universität Rostock wahr. Das Schwerpunktfach „Katalyse“, das in Rostock vom Institut für Chemie der Universität und dem Katalyseinstitut gemeinsam angeboten wird, nimmt deutschlandweit in Art und Umfang eine besondere Position ein.  

Die fakultätsübergreifende Kooperation zwischen der Universität Rostock und dem LIKAT erlaubt die Etablierung einer modernen, nachhaltigen Katalyseforschung durch die Verbindung von Chemie, Physik, Mathematik und Ingenieurtechnik. Damit wird der Weg zu einer modernen Forschung im Bereich der Katalyse als interdisziplinäres Gebiet zwischen den Naturwissenschaften und Ingenieurwesen beschritten. So konnten in der Vergangenheit mehrere große BMBF-Projekte (z.B. L2H, N4H), ein Graduiertenkolleg (GRK 1213) und auch das BMBF-Exzellenzzentrum „Center for Life Science Automation“ (CELISCA) gemeinsam etabliert werden. Auch die Einbindung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des LIKAT in die deutschlandweit erste Interdisziplinäre Fakultät, welche an der Universität Rostock geschaffen wurde, zeigt die positiven Aspekte der Zusammenarbeit. Außerdem bündeln Forscherinnen und Forscher der Universität Rostock und verschiedener Leibniz-Institute (darunter das LIKAT), die in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt sind, im Jahr 2014 gegründeten Netzwerk Leibniz WissenschaftsCampus Phosphorforschung Rostock ihre wissenschaftlichen Kompetenzen auf dem Gebiet der Phosphorforschung.

Die breit angelegte intensive Kooperation zwischen der Universität Rostock und dem Leibniz-Institut für Katalyse mündet in der Möglichkeit für zahlreiche Postdoktorandinnen und Postdoktoranden und Promovierende aus natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern, gemeinsam Forschung zu betreiben und ihre Dissertationen in Kooperation zwischen LIKAT und Universität Rostock anzufertigen. Mehrere Promovierende des Instituts sind auch Mitglieder der Graduiertenakademie der Universität Rostock. Eine verstärkte Praxisorientierung, verknüpft mit vielfältigen ingenieurwissenschaftlichen Anbindungen, steigert die Attraktivität derartiger Promotionen. Das Absolventenprofil für Positionen in Industrie und Wissenschaft wird erheblich geschärft.

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