Asymmetrische Hydrierung

Dr. Jens Holz

Die enantioselektive oder diastereoselektive Hydrierung von Olefinen, Ketonen, Iminen oder anderen prochiralen Verbindungen ist eine wichtige Methode bei der Herstellung von biologisch aktiven Wirkstoffen bzw. Intermediaten in Pharmazie, Agrochemie und Duftstoffchemie.

Obwohl diese Methode eine große Selektivität und Effizienz bei der Herstellung enantio- bzw. diastereomerenreiner Verbindungen aufweist, ist die praktische Anwendung noch vielfach auf den Labormaßstab oder auf die Synthese von kleineren Mengen chiraler Verbindungen beschränkt. Vielfach kommt in der Technik bisher, neben der Enzymkatalyse, noch die klassische Racematspaltung zum Einsatz.

Unsere Aufgaben sehen wir darin, die Grundlagen zu schaffen, damit dieser Reaktionstyp vermehrt als Alternative in Betracht gezogen wird. Das soll zum einen erreicht werden, in dem neue Liganden bzw. Katalysatoren und Hydrierreaktionen entwickelt werden und zum anderen durch die Suche nach effektiveren Reaktionswegen zur Darstellung von Zwischenverbindungen und Endprodukten in der Wirkstoffsynthese (u. a. durch Patentumgehung).

Teilbereiche:

  1. Modulare Synthese von patentfreien Liganden und deren Katalysatoren und die Austestung in der selektiven Hydrierung
  2. Untersuchungen zur asymmetrischen Hydrierung von aromatischen und heteroaromatischen Verbindungen sowohl mit heterogenen als auch homogenen Katalysatorsystemen
  3. Entwicklung von patentfreien und effektiven Zugangswegen zu pharmakologisch wichtigen Statinen.