Metallkatalysierte Hydroaminomethylierung

Eine umweltfreundliche (atomeffizient, ein Schritt) Synthese von Aminen, aus Olefinen ist die sogenannte Hydroaminomethylierung. Diese Dominoreaktion beinhaltet einen Hydroformylierungsschritt des Olefins zum Aldehyd gefolgt von einer Kondensation mit einem Amin zu einem Enamin oder Imin und anschließender Hydrierung zum Amin. Um lineare Amine aus internen Olefinen zu erhalten, muß ein geeigneter Katalysator eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Zum einen muss er eine schnelle Isomerisierung katalysieren, zum anderen enthält die Olefinmischung im Gleichgewicht weniger als 5 % an terminalem Olefin. Dieses muss schneller hydroformyliert werden und dies mit hoher n-Selektivität. Weiterhin muss der Katalysator aktiv für die Hydrierung des resultierenden Enamins (Imins) sein. Dementsprechend richten sich unsere Forschungsaktivitäten auf die Realisierung selektiver Hydroaminomethylierungen von terminalen und internen Olefinen. Unser aktueller Focus liegt in der Verwendung des billigen Metalls Ruthenium in diesen Reaktionen. 

Selektive Hydroaminomethylierung

Literatur:

A.Seayad, M. Ahmed, H. Klein, R. Jackstell, T. Gross, M. Beller, SCIENCE  2002, 297 (5587), 1676-1678

L. Wu, I. Fleischer, R. Jackstell, M. Beller, J. Am. Chem. Soc. 2013, 135,10, 3989-3996, „Efficient and regioselective Ruthenium-catalysed Hydroaminomethylation of Olefins”

S. Gülak, L. Wu, Q. Liu, R. Franke, R. Jackstell, M. Beller, Angew. Chem. Int. Ed. 2014, 53, 7320-7323, Phosphine- and Hydrogen-Free Highly Regioselective Ruthenium-catalyzed Hydroaminomethylation of Olefins