Funktionalisierung Nachwachsender Rohstoffe
Prof. Udo Kragl
Nachwachsende Rohstoffe im Bereich der Landwirtschaft gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ziel der Forschung sind neue Lösungen für die Veredlung nachwachsender Rohstoffe zu interessanten Produkten des Non-Food-Bereiches.
Natürliche Rohstoffe sind entweder über- oder unterfunktionalisiert. Zucker und Stärke haben sehr viele, Fette und Öle meist wenige funktionelle Gruppen. Eine begrenzte Anzahl von hoch reaktiven funktionellen Gruppen wird angestrebt. Gewünscht ist eine effiziente Veredlung, die zur chemischen Synthese konkurrenzfähig ist. Von den am Gesamt-Rohstoffbedarf mit etwa 10 % (ca. 1,8 Mio. t) vertretenen nachwachsenden Rohstoffen entfallen über 50 % auf Öle und Fette.
Die Veredelung der nachwachsenden Rohstoffe aus der Landwirtschaft wurde mit bekannten Methoden wie die Hydroformylierung von Ölsäureethylester und die Kreuz-Metathese von Undecensäuremethylether mit 3-Methylbuten in Modellreaktionen bearbeitet.
Die Mehrphasen-Suzuki-Reaktion von Bromanisol mit Arylboronsäuren wird durch organische Palladium-Komplexe katalysiert. Die Oligo- und Polymerisation von racemischen und chiralen Epoxiden wird getestet.
